Verunreinigtes Wasser durch die USA in Okinawa vertieft das Misstrauen weiter

Im Fluss in der Nähe der US Marine Corps Air Station Futenma in Ginowan, Präfektur Okinawa, wird am 11. (Asahi Shimbun-Dateifoto).

by Die Asahi Shimbun, September 29, 2021

Uns fehlen die Worte über die unberechenbare Haltung und das Verhalten der US-Streitkräfte, die in der Präfektur Okinawa stationiert sind.

In einem unglaublichen Schritt hat das US Marine Corps Ende letzten Monats etwa 64,000 Liter Wasser mit Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), einer giftigen perfluorierten Verbindung, von seiner Air Station Futenma in der Präfektur in die Kanalisation freigesetzt.

PFOS wurde früher in Löschschaum und anderen Produkten verwendet. Angesichts zunehmender Bedenken, dass PFOS den menschlichen Organismus und die Umwelt ernsthaft schädigen könnte, sind Herstellung und Verwendung des chemischen Stoffes derzeit grundsätzlich gesetzlich verboten.

Die US-Streitkräfte hatten sich mit dem Plan, das PFOS-verseuchte Wasser freizugeben, an japanische Beamte gewandt, mit der Begründung, dass es zu kostspielig sei, es durch Verbrennung zu entsorgen. Und sie gaben das Wasser einseitig frei, während die Regierungen beider Nationen noch darüber verhandelten.

Die Tat ist geradezu unzulässig.

Die japanische Regierung, die in ähnlichen Angelegenheiten normalerweise halbherzig ist, aus Angst, US-Beamte zu missfallen, bedauerte die Entwicklung dieses Mal sofort. Die Versammlung der Präfektur Okinawa stimmte einstimmig einer Protestresolution gegen die US-Regierung und ihr Militär zu.

Die US-Streitkräfte erklärten, dass die Freisetzung keine Gefahr darstelle, da das Wasser aufbereitet worden sei, um seine PFOS-Konzentration auf ein niedriges Niveau zu senken, bevor es deponiert wurde.

Die Stadtregierung von Ginowan, wo sich die Luftstation befindet, teilte jedoch mit, dass eine Abwasserprobe giftige Substanzen, einschließlich PFOS, in mehr als dem 13-fachen der von der Zentralregierung zur Kontrolle der Wasserqualität festgelegten Zielkonzentration enthielt in Flüssen und anderswo.

Tokio sollte US-Beamte um eine klare Erklärung zu dieser Angelegenheit bitten.

Das Umweltministerium teilte im vergangenen Jahr mit, dass 3.4 Millionen Liter PFOS-haltiger Löschschaum an Standorten in ganz Japan gelagert wurden, darunter Feuerwachen, Stützpunkte der Selbstverteidigungskräfte und Flughäfen. Ähnlicher Löschschaum spritzte bei einem Unfall im Februar auf der Air SDF Naha Air Base in der Präfektur Okinawa, einer dieser Lagerstätten.

In einer separaten Entwicklung wurde kürzlich erfahren, dass in Wassertanks auf dem Gelände der Naha Air Base Schadstoffe einschließlich PFOS in hohen Konzentrationen nachgewiesen wurden. Verteidigungsminister Nobuo Kishi sagte daraufhin, er werde ähnliche Tests an SDF-Stützpunkten in ganz Japan durchführen lassen.

In beiden Fällen handelt es sich um Unregelmäßigkeiten, die niemals übersehen werden sollten. Für die laxe Verwaltung sollte das Verteidigungsministerium rigoros verantwortlich gemacht werden.

Allerdings sind SDF-Stützpunkte zumindest für Ermittlungen zugänglich. Wenn es um die US-Streitkräfte in Japan geht, bleiben die japanischen Beamten jedoch völlig im Dunkeln darüber, wie viele giftige Materialien sie besitzen und wie sie diese Substanzen verabreichen.

Dies liegt daran, dass die Aufsichtsbehörde über US-Militärstützpunkte in Japan gemäß dem Status of Forces Agreement bei den US-Streitkräften liegt. 2015 trat ein ergänzendes Abkommen über die Umweltverantwortung in Kraft, aber die Zuständigkeit der japanischen Behörden in diesem Bereich bleibt unklar.

Tatsächlich haben die Zentralregierung und die Präfektur Okinawa seit 2016 mehrfach gefordert, das Gelände des US-Luftwaffenstützpunkts Kadena für Vor-Ort-Inspektionen zu betreten, da außerhalb des Stützpunkts PFOS in hohen Konzentrationen nachgewiesen wurde. Die Forderungen wurden jedoch von den US-Streitkräften abgelehnt.

Die Präfekturregierung fordert eine Änderung der geltenden Vorschriften, damit japanische Beamte umgehend das Gelände von US-Militärstützpunkten betreten dürfen, da PFOS ständig in der Nähe von US-Stützpunkten in der Präfektur, einschließlich Kadena, gefunden wurde.

Die Frage beschränkt sich nicht nur auf die Präfektur Okinawa. Ähnliche Fälle sind in ganz Japan aufgetreten, unter anderem auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Yokota im Westen Tokios, außerhalb dessen PFOS in Bohrlöchern entdeckt wurde.

Die japanische Regierung sollte als Reaktion auf die Bedenken der Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit Gespräche mit Washington führen.

Die US-Streitkräfte weigerten sich, Proteste gegen die jüngste einseitige Freisetzung von verunreinigtem Wasser anzunehmen und stimmten stattdessen nur einem Treffen mit einem hochrangigen Beamten der Präfektur Okinawa zu einem so genannten Meinungsaustausch zu.

Auch dieses Verhalten ist selten nachvollziehbar. Die selbstherrliche Art der US-Streitkräfte wird die Kluft zwischen ihnen und den Okinawanern nur vertiefen und deren Misstrauen in etwas Unauslöschliches festigen.

–Das Asahi Shimbun, 12. September

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